Der Wahn ist eine negative Motivation, ein Ziel zu erreichen, auch wenn eine Person sich selbst destruiert. Er entspringt oft gesellschaftlichen oder individuellen Zwängen, denn eine Person wendet sich gegen die eigene Natur. Eine Person, die einem Wahne verfallen ist, fragt nicht nach ihrem Wohl oder danach, was ihr gut tut, sondern sie will nur [...]
Gedanke 129
Eine Sache und ein Ereignis haben immer zwei Seiten: sie werden erlebt oder sie werden betrachtet. Erleben geschieht aus der Nähe und Betroffenheit, die Betrachtung aus der Ferne, indem Einzelschicksale ausgeblendet werden. Beide Haltungen schaden einer differenzierten Beurteilung, weil sie keine Objektivität zulassen. Jedes Ereignis ist zunächst individueller Natur. Denn einzelne Menschen wirken ereignisbedingt miteinander, [...]
Gedanke 127
Wenn man einmal die Hintergrundstrukturen eines Weihnachtsmarktes kennen lernt und sieht, wie sich Mitarbeiter schinden, dann erkennt man, daß Weihnachten zu einem Marketinginstrument verkommen ist bzw auf es reduziert ist, denn das Verkaufen bestimmter Waren steht im Vordergrund, während die ursprüngliche Bedeutung von Weihnachten in den Hintergrund tritt. Weihnachten ist ursprünglich ein Ordnungsprinzip einer agrarisch-bäuerlichen [...]
Gedanke 126
In die Tiefe gehendes Leben wird durch Bewegung getragen, indem einerseits eine physische Bewegung stattfindet und indem andererseits der Mensch bewegt und bewegt wird. Die physische Bewegung besteht einerseits in einer Kräftigung des Körpers und andererseits in einer ständigen Umgebungsveränderung, damit der Mensch je neu agieren und reagieren muss. Wer ständig an einem Ort weilt, [...]
Gedanke 125
Eine Wirtschaftskrise wird erst überwunden, wenn man sich von dem Gedanken verabschiedet, daß alles ökonomisierbar sei und daß Ökonomie alles sei, denn Ökonomisierbarkeit bedeutet Quantifizierbarkeit. Sobald eine Quantifizierung vorgenommen wird, werden Menschen von der Teilnahme an bestimmten Prozessen oder von der Nutzung bestimmter Waren ausgeschlossen oder in ihr eingeschränkt, weil der Preis als Selektionsmittel dient. [...]
Gedanke 124
Es scheint, als ob das Bekenntnis zur Homosexualität sehr in Mode und schick sei und als ob sie für viele, insbesondere für Männer der einzige Weg sei, sich zu profilieren. Denn dann scheint ein Mensch als besonders beachtenswürdig und schutzwürdig und -bedürftig. Als ausgefallen wird nur noch Pervertiertheit und Abnormität wahrgenommen, weil sie öffentlichkeitswirksam dargestellt [...]
Gedanke 123
Es wird viel geredet und zerredet. Denn dort, wo viel geredet wird, geschieht nichts. Wo viel geredet wird oder wo ein Thema ins Gerede kommt, da herrscht Ratlosigkeit oder da schindet jemand Zeit, das Beredete zu gestalten. Denn solange die Rede über ein Thema ist, weiß jeder eine Lösung, aber es wird nichts gelöst. Lösungen [...]
Gedanke 122
Wer Widerstand leistet, der zementiert das, wogegen er Widerstand leistet, denn der Widerstand bezieht seine Lebensfähigkeit aus dem, gegen das Widerstand geleistet wird. Meist liegt dem Widerstand kein eigenes Konzept vor oder ein Entwurf, der eine Andersheit beschreibt oder sie umsetzen will, so daß jeder Widerstand zum Scheitern verurteilt wird, sobald das, wogegen er sich [...]